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Gurken sind in meinem Garten ein Lehrbeispiel für Geduld. In meinem zweiten Jahr habe ich es zu eilig gehabt, die jungen Pflanzen schon Anfang Mai ins Freie gesetzt. Eine kühle Woche später haben sie nur noch dagestanden, die Blätter blass und schlaff, das Wachstum komplett blockiert. Erst als ich verstanden habe, dass Gurken noch wärmer wollen als Zucchini, habe ich angefangen, sie zuverlässig zu ernten.
Die Grundregel ist klar: Gurken kommen erst nach den Eisheiligen ins Freiland, also ab dem 15. Mai. Vorziehen kannst du sie ab Mitte April zu Hause. Im Gewächshaus geht es deutlich früher los, ab Mitte April im unbeheizten und ab Anfang April im beheizten Glashaus.
Dieser Artikel zeigt dir alle Zeitpunkte für die Gurke: Vorzucht, Direktsaat, Pflanzung ins Freiland, ins Hochbeet und ins Gewächshaus. Du erfährst, ab welcher Temperatur du loslegen kannst und bis wann es noch sinnvoll ist.
Welche Gurken pflanzt du? Eine kurze Vorabklärung
Bevor wir zum Pflanztermin kommen: bei Gurken ist die Sortenwahl entscheidend für den Standort. Drei Gruppen, drei unterschiedliche Bedürfnisse.
- Schlangengurken sind die langen, glatten Salatgurken aus dem Supermarkt. Sorten wie ‚Diva‘, ‚Saladin‘ oder ‚Burpless Tasty Green‘ brauchen Wärme und Luftfeuchte. Im deutschen Freiland leiden sie meist, im Gewächshaus wachsen sie hervorragend.
- Einlegegurken sind die kurzen, noppigen Gurken für saure Konserven und Cornichons. Sorten wie ‚Vorgebirgstrauben‘, ‚Liszka‘ oder ‚Diamant‘ sind robust und freilandtauglich. In Regionen wie dem Spreewald sind sie sogar lokale Spezialität.
- Mini-Snackgurken (modernes Züchtungsfeld) wie ‚Picolino‘ oder ‚Iznik‘ sind kürzer, tolerieren das Freiland besser als klassische Schlangengurken und kommen oft auch auf dem Balkon zurecht.
Wenn dieser Artikel Freiland sagt, denkst du also vor allem an Einlegegurken und Mini-Snackgurken. Wenn er Gewächshaus sagt, denkst du vor allem an Schlangengurken. Die Termine sind aber für alle Gruppen gleich.
Wann Gurken ins Freiland pflanzen?
Gurken kommen nach den Eisheiligen ins Freiland, also ab Mitte Mai. Anders als die Zucchini sind sie noch frostempfindlicher und brauchen einen wärmeren Boden, um wirklich loszulegen.
Drei Werte musst du beachten:
- Bodentemperatur: mindestens 14 °C, besser 16 °C
- Nachttemperatur: nicht unter 12 °C
- Wettervorhersage: keine kalte Nacht mehr in Sicht
In milden Regionen wie dem Rheintal oder dem Wiener Becken kannst du eine Woche früher starten. In raueren Lagen wie Bayern, Tirol oder den Schweizer Voralpen wartest du lieber eine Woche länger.
Wenn nachts überraschend Kälte angekündigt wird, deckst du die jungen Pflanzen mit Gartenvlies ab. Genauso wie bei den Zucchini schützt das zuverlässig vor einem späten Frost.
Wann Gurken vorziehen?

Mitte April bis Ende April ist die richtige Zeit zum Vorziehen. Du säst die Gurken drinnen aus, etwa 3 bis 4 Wochen vor dem geplanten Pflanztermin im Freiland.
Der Vorteil: du gewinnst 3 bis 4 Wochen im Wachstum. Die ersten Gurken kannst du dann schon Anfang Juli ernten statt erst Mitte Juli.
Wer früher startet, riskiert, dass die Pflanzen am Fenster zu groß werden, bevor sie raus dürfen. Gurken mögen kein langes Leben im engen Topf, sie wollen schnell in die Erde.
Pikieren oder direkt im Endtopf säen?
Wie ich es schon zu den Zucchini geschrieben habe: auch Gurken mögen kein Pikieren. Ihre Wurzeln sind sehr empfindlich, beim Umtopfen reißen sie leicht, und die Pflanze braucht dann lange, bis sie sich erholt.
Die einfache Lösung: säe gleich in einen größeren Topf. Ein Topf mit 10 bis 12 cm Durchmesser reicht für die Vorzucht.
Wenn du doch pikieren musst, dann mach es so früh wie möglich. Sobald die ersten echten Blätter sichtbar werden, hebst du die Keimlinge sehr vorsichtig heraus.
Wann Gurken direkt ins Freiland säen?
Direktsaat ist eine gute Alternative, vor allem bei Einlegegurken und Mini-Snackgurken.
Zwei Zeitfenster sind möglich:
- Ende April bis Anfang Mai mit Schutz: du säst aus und deckst mit Gartenvlies oder einer Pflanzhaube ab. So bleibt der Boden warm genug.
- Mitte Mai ohne Schutz: sobald der Boden 14 °C erreicht hat, kannst du ohne Abdeckung säen.
Pflanzen aus Direktsaat sind oft robuster als vorgezogene. Zwar wachsen sie anfangs langsamer, dafür kommen sie besser mit Wind und Wetter klar. Die Ernte beginnt 2 bis 3 Wochen später als bei vorgezogenen Pflanzen.
Wann Gurken ins Hochbeet pflanzen?
Ins Hochbeet kannst du Gurken 1 bis 2 Wochen früher pflanzen als ins Freiland. Anfang Mai ist in den meisten Regionen möglich.
Der Grund: im Hochbeet zersetzt sich organisches Material und gibt Wärme ab. Der Boden ist deshalb wärmer als am Boden des Gartens, und Gurken danken dir genau diesen Wärmevorsprung.
Wichtig bleibt der Wetterbericht. Auch im Hochbeet schadet Frost den jungen Pflanzen. Bei kalter Nacht: Vlies drüber.
Wann Gurken ins Gewächshaus pflanzen?
Hier kommen wir zur deutschen Lieblingsmethode für Gurken: das Gewächshaus. In Deutschland ist die Gurke unter Glas eine Klassikerin, und das aus gutem Grund. Schlangengurken brauchen die Wärme und die hohe Luftfeuchte, die nur ein Gewächshaus zuverlässig bietet.
- Unbeheiztes Gewächshaus: ab Mitte April möglich, sobald die Tagestemperaturen stabil über 15 °C liegen
- Beheiztes Gewächshaus: ab Anfang April, mit Bodenheizung sogar früher
In beiden Fällen brauchst du ausreichend Platz. Eine Schlangengurke im Gewächshaus braucht mindestens 1 m² für sich und eine Rankhilfe, an der sie nach oben wachsen kann. Sonst wird es schnell zu eng, und Krankheiten wie der Echte Mehltau breiten sich leichter aus.
Ab welcher Temperatur können Gurken gepflanzt werden?
Zwei Werte musst du im Kopf haben:
- Bodentemperatur: 14 °C minimum, ideal 16 °C
- Nachttemperatur: 12 °C minimum
Das sind 2 °C mehr als bei Zucchini. Diese kleine Differenz ist der Grund, warum viele Gärtner ihre Zucchini erfolgreich draußen haben, während die Gurken daneben stagnieren. Bei kühleren Temperaturen wachsen Gurken nicht, sie stehen einfach still und werden anfällig für Krankheiten.
Wenn du es genau wissen willst, steckst du ein Bodenthermometer 5 bis 10 cm tief in die Erde. Einfache Modelle gibt es ab etwa 10 €.
Wann ist es zu spät, Gurken zu pflanzen?
Bis Anfang Juni kannst du Gurken problemlos pflanzen. Die Ernte beginnt dann Ende Juli oder Anfang August. Du wirst trotzdem genug Früchte bekommen.
Bis Mitte Juni ist es noch möglich, aber die Saison wird kurz. Im Spätsommer kommen die Nächte zurück, der Echte Mehltau breitet sich aus, und die Ernte endet oft schon Anfang September.
Nach Mitte Juni lohnt sich Gurken pflanzen kaum noch. Plane lieber das nächste Jahr.
Häufige Fragen
Wann darf man Gurken ins Freiland pflanzen?
Nach den Eisheiligen, also ab dem 15. Mai. In milden Regionen wie dem Rheintal kannst du ein paar Tage früher pflanzen, in raueren Lagen wie Bayern oder Tirol lieber ein paar Tage später. Achte auf eine Bodentemperatur von mindestens 14 °C.
Wann ist es zu spät, Gurken zu pflanzen?
Bis Anfang Juni geht es problemlos, bis Mitte Juni knapp. Danach wird die Saison zu kurz, und der Mehltau-Druck im Spätsommer beendet die Ernte oft frühzeitig.
Kann man im Mai schon Gurken ins Freie setzen?
Ja, ab Mitte Mai nach den Eisheiligen. Vorher nur unter Vlies oder einer Pflanzhaube, und auch dann nur, wenn der Boden bereits 14 °C erreicht hat.
Wann Gurken ins Gewächshaus pflanzen?
Im unbeheizten Gewächshaus ab Mitte April. Im beheizten Gewächshaus schon ab Anfang April. Schlangengurken sind klassische Gewächshauspflanzen, hier fühlen sie sich am wohlsten.
Bei welcher Temperatur erfrieren Gurken?
Schon bei +2 °C nehmen die Blätter Schaden. Bei Bodenfrost sterben die Pflanzen oft komplett ab. Gurken sind noch frostempfindlicher als Zucchini, deshalb ist der Schutz nach den Eisheiligen so wichtig.
Wann Gurken vorziehen, wenn sie ins Hochbeet sollen?
Eine Woche früher als für das Freiland, also Anfang bis Mitte April. So sind die Pflanzen bereit, sobald das Hochbeet warm genug ist (meist Anfang Mai).
Mit dem richtigen Timing in die Gurken-Saison
Gurken pflanzen ist im Grunde einfach, wenn du dem Boden und der Luft die nötige Wärme gibst: Vorzucht ab Mitte April, Freiland nach den Eisheiligen, Hochbeet 1 bis 2 Wochen früher, Gewächshaus schon ab Mitte April. Diese Eckpunkte zusammen mit der richtigen Sortenwahl (Einlegegurken fürs Freiland, Schlangengurken fürs Gewächshaus) sind der zuverlässigste Weg zu einer großzügigen Ernte.
Sobald die Pflanzen draußen sind, geht es um den richtigen Standort, die richtige Düngung und das Erkennen von Schädlingen und Krankheiten. Mehr dazu kommt in den nächsten Artikeln zum Gurken-Anbau.


